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02.11.2009:
29. Milchquotenbörse: Handelsmengen deutlich gestiegen Politische Verunsicherung lässt Quotenpreise steigen Die Milchquotenpreise sind bei der 29. Milchbörse am 2. November 2009 leicht gestiegen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) ermittelte einen gewogenen Durchschnittspreis für Deutschland von 18 Cent je Kilogramm. Im Vergleich zum letzten Handelstermin hat sich dieser um 4 Cent erhöht. Trotz der leichten Preissteigerung ist es der zweitniedrigste Preis seit Einführung der Milchbörse im Jahr 2000. Für den Übertragungsbereich West wurde ein Handelspreis von 20 Cent je Kilogramm ermittelt. Im Vergleich zum Julitermin ist er um 5 Cent gestiegen. Der Handelspreis für den Übertragungsbereich Ost lag bei 11 Cent je Kilogramm und damit um 3 Cent über dem letzten Handelstermin. In Deutschland wurde mit 246.637.354 Kilogramm die dritthöchste Menge seit Börseneinführung gehandelt. Die Gesamtnachfrage nach Milchquoten war mit 426.983.791 Kilogramm die vierthöchste seit Börseneinführung. Ebenso lag sie deutlich höher als das Gesamtangebot von 263.367.439 Kilogramm. Lediglich in den Ländern Brandenburg und Sachen-Anhalt konnte ein leichter Angebotsüberhang festgestellt werden. Die Auswertung der Milchquotenzugänge und -abgänge der einzelnen Übertragungsstellen des Übertragungsbereiches West zeigte eine deutliche Quotenwanderung in Richtung Nordrhein-Westfalen (ca. 13,7 Millionen Kilogramm) und Niedersachsen (ca. 4,4 Millionen Kilogramm). Im Übertragungsbereich Ost konnte Mecklenburg-Vorpommern ca. 17,1 Millionen Kilogramm hinzugewinnen. Die Anzahl der Nachfrager hat sich im Vergleich zu den letzten beiden Börsenterminen etwas mehr als verdoppelt. Von den 8.608 Nachfragern konnten rund 61 Prozent erfolgreich Quoten kaufen. Rund 99 Prozent der Gesamtanbieter (3.984) konnten erfolgreich Quoten verkaufen. Die steigenden Milchquotenpreise führt der Deutsche Bauernverband auf die hohe Verunsicherung der Milcherzeuger vor Abgabe der Anträge zurück. Die ausgelöste Diskussion um einseitig nationale Änderungen der Milchquotenregelung (Änderung der Saldierung, Quotenzuteilung) dürfte zu den gestiegenen Quotenpreisen beigetragen haben. Dabei sind die Richtungsentscheidungen zum Ausstieg aus der Milchquotenregelung schon längst gefallen. Auch hat die nationale Politik erst nach Abgabefrist der Börsenanträge zu einem klaren Kurs in der Milchpolitik gefunden. Die enorm gestiegene Handelsmenge und der noch deutlichere Anstieg der nachgefragten Quotenmenge zeigen, dass die deutschen Milcherzeuger trotz der derzeitigen Marktkrise positiv in die Zukunft blicken. Jetzt muss es darum gehen, die positive Marktentwicklung nachhaltig und stabil zu gestalten. Die Politik ist gefordert, durch eindeutige und verlässliche Entscheidungen die Wettbewerbsfähigkeit der Milchproduktion in Deutschland weiter zu unterstützen. Die detaillierten Daten aus der Milchquotenbörse finden Sie hier |
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30.10.2009:
Ende der Elektro-Nachtspeicherheizungen trifft Landwirte kaum Neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) seit dem 1. Oktober 2009 Mit der Änderung der Energiesparverordnung (EnEV 2009) zum 1. Oktober 2009 sollen Elektro-Nachtspeicherheizungen ab 2020 verboten werden. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilt, sind davon aber Landwirte kaum betroffen. Denn im landwirtschaftlichen Bereich sind die Wirtschaftsgebäude und Stallgebäude grundsätzlich ausgenommen. Wohngebäude auf den Höfen werden kaum Berücksichtigung finden, da die Pflicht zur Außerbetriebnahme nur Gebäude mit mehr als 5 Wohneinheiten (große Mehrfamilienhäuser) trifft, die ausschließlich mit Nachtspeicherheizungen beheizt werden. Zudem gilt dies nur dann, wenn die Heizung vor 1995 eingebaut und die Gebäude danach nicht auf einen besseren Wärmeschutzstandard gebracht wurden. In diesen Gebäuden darf ab dem 1. Januar 2020 kein Speicherheizgerät älter sein als 30 Jahre. Teilweise entstand das Missverständnis, dass alle Nachtspeicherheizungen ab 2020 verboten werden sollen. Im ländlichen Raum sind über viele Jahre die Nachtspeicherheizungen als eine günstige Alternative zu Öl- oder Flüssiggasheizungen eingebaut worden. Deswegen sind jetzt viele Hauseigentümer verunsichert. Diese sind aber in der Regel nicht betroffen, stellte der DBV fest. Unabhängig davon, ob ein Gebäude von der Verpflichtung betroffen ist oder nicht, zahlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beim Austausch von Speicherheizungen unter bestimmten Bedingungen 200 Euro pro ausgetauschtes Gerät. |
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29.10.2009:
EU-Kommission will Verbraucher und Landwirte unterstützen DBV wertet Initiative zu mehr Transparenz bei Lebensmittelpreisen positiv Der Deutsche Bauernverband (DBV) wertet es positiv, dass sich die EU-Kommission heute für mehr Transparenz bei der Preisgestaltung für Lebensmittel ausgesprochen hat. Es ist zum Vorteil der Verbraucher und der Bauern, wenn erkannt wird, welche Margen in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel verdient werden. Der DBV weist darauf hin, dass in Deutschland anders als in vielen anderen EU-Ländern für viele Schlüsselprodukte wie H-Milch oder Butter die Veränderung der Preise für den Rohstoff unmittelbar an den Verbraucher weitergegeben wird. Dabei sind oft die Landwirte die Leidtragenden. In 2009 gab es bereits die zehnte Preissenkungsrunde mit nun historisch niedrigen Erzeugerpreisen. Die Umsatzrendite im Lebensmitteleinzelhandel mit 1 bis 2 Prozent beweist eine verbraucherfreundliche Preisbildung, aber auch den enormen wirtschaftlichen Druck, der durch die Handelsketten auf die Erzeuger und die gesamte Produktionskette ausgeübt wird. In anderen EU-Ländern werden Preisveränderungen nicht so schnell und unmittelbar an Verbraucher weitergegeben. Außerdem sind offenbar die Margen deutlich höher! Der DBV begrüßt zudem die Initiative der Kommission, die Spekulation auf den Agrarmärkten stärker zu beaufsichtigen. Dies würde auch den deutschen Landwirten mehr Planungssicherheit verschaffen. Die Pläne der EU-Kommission, Möglichkeiten zu prüfen, die die Verhandlungsposition der Landwirte stärken und so mehr Wettbewerbsfähigkeit sichern, findet die Zustimmung des DBV. Hierzu sollten in Deutschland zum Beispiel die Anwendungsmöglichkeiten des Marktstrukturgesetzes für Erzeugergemeinschaften überprüft werden. |
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27.10.2009:
Marktchancen auch in höhere Milcherzeugerpreise umsetzen DBV: Molkereien haben volle Rückendeckung (DBV) Die derzeitige Entwicklung der Märkte für Molkereiprodukte im In- und Ausland muss auch eine rasche und deutliche Anhebung der Erzeugerpreise für Milch nach sich ziehen. So ermöglichen die aktuellen Butterkontrakte mit dem Lebensmitteleinzelhandel umgerechnet einen Milcherzeugerpreis von 30 Cent und darüber. Damit die Milchpreise für die Erzeuger sich auch tatsächlich in diese Richtung entwickeln, muss jetzt auch eine deutliche Anhebung bei den Kontrakten für H-Milch, Sahne und Kondensmilch durchgesetzt werden. Dafür sagte der Deutsche Bauernverband (DBV) den Molkereien volle Rückendeckung zu. Allein zur Deckung der variablen Kosten bei den Milcherzeugern sind Milchpreise von mindestens 30 Cent erforderlich. Deshalb hält der DBV die in einigen Medien bereits vermeldeten möglichen Preisanhebungen von 6 Cent bei der Trinkmilch keinesfalls für ausreichend. Um einen Milchauszahlungspreis für die Erzeuger von 30 Cent zu erreichen, sind Preisverbesserungen von mindestens 10 Cent je Liter Trinkmilch notwendig. Der DBV fordert die Molkereien auf, die sich jetzt ergebenden Marktchancen zu nutzen, um die Milchpreise in einem ersten Schritt nachhaltig zu verbessern. |
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22.10.2009:
EU-Kommission will Verbraucher und Landwirte unterstützen DBV wertet Initiative zu mehr Transparenz bei Lebensmittelpreisen positiv Der Deutsche Bauernverband (DBV) wertet es positiv, dass sich die EU-Kommission heute für mehr Transparenz bei der Preisgestaltung für Lebensmittel ausgesprochen hat. Es ist zum Vorteil der Verbraucher und der Bauern, wenn erkannt wird, welche Margen in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel verdient werden. Der DBV weist darauf hin, dass in Deutschland anders als in vielen anderen EU-Ländern für viele Schlüsselprodukte wie H-Milch oder Butter die Veränderung der Preise für den Rohstoff unmittelbar an den Verbraucher weitergegeben wird. Dabei sind oft die Landwirte die Leidtragenden. In 2009 gab es bereits die zehnte Preissenkungsrunde mit nun historisch niedrigen Erzeugerpreisen. Die Umsatzrendite im Lebensmitteleinzelhandel mit 1 bis 2 Prozent beweist eine verbraucherfreundliche Preisbildung, aber auch den enormen wirtschaftlichen Druck, der durch die Handelsketten auf die Erzeuger und die gesamte Produktionskette ausgeübt wird. In anderen EU-Ländern werden Preisveränderungen nicht so schnell und unmittelbar an Verbraucher weitergegeben. Außerdem sind offenbar die Margen deutlich höher! Der DBV begrüßt zudem die Initiative der Kommission, die Spekulation auf den Agrarmärkten stärker zu beaufsichtigen. Dies würde auch den deutschen Landwirten mehr Planungssicherheit verschaffen. Die Pläne der EU-Kommission, Möglichkeiten zu prüfen, die die Verhandlungsposition der Landwirte stärken und so mehr Wettbewerbsfähigkeit sichern, findet die Zustimmung des DBV. Hierzu sollten in Deutschland zum Beispiel die Anwendungsmöglichkeiten des Marktstrukturgesetzes für Erzeugergemeinschaften überprüft werden. |
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03.09.2009:
Ausschreibungen von BVVG-Flächen bis Jahresende gestoppt DBV wertet Stopp als ersten Teilerfolg Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte die heutige Entscheidung des Bundesfinanzministeriums als Schritt in die richtige Richtung zunächst bis Jahresende 2009 keine landwirtschaftlichen Flächen der BVVG mehr zum Kauf oder zur Pacht öffentlich auszuschreiben. Im vergangenen Jahr seien die Verkaufspreise in Folge der öffentlichen Ausschreibungen für BVVG-Flächen sprunghaft so stark angestiegen, dass aktive landwirtschaftliche Betriebe nicht mehr mithalten konnten bzw. sich teilweise wirtschaftlich übernommen haben. Deshalb hat der DBV gemeinsam mit den Landesbauernverbänden der fünf neuen Bundesländer ein zweijähriges Moratorium für die öffentlichen Ausschreibungen von landwirtschaftlichen Flächen der BVVG zum Verkauf gefordert. Ein solches Moratorium wurde als unerlässlich angesehen, damit sich der Markt wieder beruhigen könne. Für die landwirtschaftlichen Betriebe seien während des Moratoriums die BVVG-Flächen über eine Verlängerung bzw. Neuabschlüsse von Pachtverträgen zu sichern, erklärte der DBV. Existenzgefährdungen landwirtschaftlicher Betriebe durch den Entzug von BVVG-Pachtflächen seien auszuschließen. Bund und Länder stehen nunmehr in der Verantwortung, über eine Anpassung der Privatisierungsgrundsätze zu verhandeln, in deren Ergebnis stärker als bisher die agrarstrukturellen Belange Gewicht erlangen müssen. Der DBV bekräftigt seine Grundsatzposition, dass letztendlich die BVVG-Flächen in die Hände der aktiv wirtschaftenden Bauern gehören. |
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27.08.2009:
Futtermitteltest deckt Mängel bei Milchleistungs- und Ferkelaufzuchtfutter auf Verein Futtermitteltest (VFT) will Qualitätsverbesserungen erreichen Der in Bonn ansässige Verein Futtermitteltest hat seit 1991 über 25.000 Misch futtermittel bewertet. Damit soll nach Mitteilung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Markttransparenz und die Qualität der am Markt befindlichen Mischfutter verbessert werden. Aktuell hat der Verein Futtermitteltest (VFT) in Niedersachsen 10 Ferkelaufzuchtfutter und 19 Milchleistungsfutter geprüft. 6 Ferkelaufzuchtfutter I und 4 Ferkelaufzuchtfutter II wiesen Phytasezusätze und 7 einen Probiotikumzusatz auf. Futter für jüngere Ferkel (Ferkelauf zuchtfutter I) waren mit 13,6 bis 15,4 MJ ME/Kilogramm, 17,0 bis 21,0 Prozent Rohprotein und 1,25 bis 1,50 Prozent Lysin deklariert. Beim Ferkelaufzuchtfutter II reichten die Energie gehalte von 13,4 bis 13,8 MJ, die Rohproteingehalte von 16,5 bis 18,5 Prozent und die Lysingehalte von 1,05 bis 1,25 Prozent. Die Prüfung der Inhaltsstoffe und Einhaltung der Deklaration ergab eine Abweichung beim Gehalt an Probiotikum. 3 Ferkelaufzuchtfutter wiesen Mängel auf und erhielten eine Qualitätsabstufung. Ursache waren knappe Threonin- und Lysingehalte, zu geringe Gehalte an Threonin, Calcium und Phosphor oder ein überhöhter Energiegehalt. Beim Milchleistungsfutter waren dreizehn Futter für ausgeglichene Grundfutterrationen und zwei bzw. ein Milchleistungsfutter für Grundfutter mit geringem Protein- bzw. Energie mangelmangel konzipiert. Getestet wurde außerdem ein Spezialmilchviehfutter für energie schwächere Grundfutterrationen und zwei Ergänzungsfutter für Milchkühe, von denen eines nach Rationsberechnung einzusetzen ist und eines nicht weiter beschrieben war. 15 Futter waren mit einem Energiegehalt von 7,0 MJ/Kilogramm und darüber, zwei mit 6,7 und ein Futter mit 6,2 MJ/kg deklariert. Ein Milchleistungsfutter wies keine Energieangabe auf. Bei der Prüfung der Inhaltsstoffe und Einhaltung der Deklaration wurde in einem Fall eine Überschreitung des Rohfasergehaltes (10,9 statt 8,8 Prozent) festgestellt. Bei der fachlichen Bewertung mussten 4 Milchleistungsfutter der 15 Futterprüfungen wegen fehlender Energiedeklaration eines knappen Rohprotein-Untergehalten (2 x) oder eines für den Einsatz in ausgeglichenen Grundfutterrationen überhöhten Calciumgehaltes abgestuft werden. Ein anderes Futter wies zuviel Phosphor und einen knappen Übergehalt an Eiweiß auf, was aber nicht zur Abstufung führte. Nur bei drei Futtern wurde eine Angabe zum nutzbaren Rohprotein gemacht. Da dieser Wert für die Rationsberechnung benötigt wird, ist ein genereller Hinweis wünschenswert. Bei einem Milchleistungsfutter war der Anteil an Stärke und Zucker angegeben, was die Auswahl des Kraftfutters im Rahmen der Rationsberechnung erleichtert. Die Ergebnisse gelten zwar nur für die geprüften Futtermittel und lassen keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette der beteiligten Mischfutterhersteller zu, belegen aber doch wie wichtig dieser unabhängige Warentest des VFT für die Betriebe ist, betont der DBV. Die Testergebnisse werden im Internet unter www.futtermitteltest.de veröffentlicht. |
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27.08.2009:
DBV zur Misere auf dem Getreidemarkt Sondersitzung des DBV-Fachausschusses Getreide Angesichts des Preisverfalls auf dem Getreidemarkt hat sich der Fachausschuss Getreide des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am 18. August 2009 in Berlin in einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung mit den Möglichkeiten der Problemlösungen für die Betriebe befasst. Während die Getreidepreise auf Grund der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise die Getreidepreise fast historisch zu nennende Tiefstände erreicht haben, waren die Preise für die Produktionsmittel zur Erstellung dieser Ernte geradezu explodiert. Viele Betriebe leiden derzeit unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und Liquiditätsengpässen. Es wurde deutlich, dass trotz guter Erträge im Ackerbau die Produktionskosten bei Getreide nur vereinzelt gedeckt werden können. „Viele Betriebe stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand“, so die deutliche Aussage des Vorsitzenden des DBV-Getreidefach ausschusses Dr. Klaus Kliem. Für betroffene Betriebe gebe es Liquiditätshilfen der Landwirtschaftlichen Rentenbank und der Ländersonderprogramme. Marktexperten analysierten die aktuellen Einschätzungen zu den Weltmärkten und der in Europa zu Ende gehenden Getreideernte. In einer Aussprache mit dem Handel und der Verarbeitung wurden die Konsequenzen daraus diskutiert. Die Erzeuger sollten die Märkte intensiv beobachten, wobei eine Aufsplittung der Vermarktung auf mehrere Zeitpunkte in Betracht gezogen werden sollte. Angesichts der Versorgungslage mit Getreide und Raps machte der Fachausschuss deutlich, dass die Verwendung von pflanzlicher Biomasse für energetische Zwecke einen wichtigen Entlastungspfad für den Markt darstellt. Die Politik sei daher gefordert, die Zeichen bei Bioenergie endlich wieder „auf Grün“ zu stellen, anstatt sich von einer Scheindiskussion über Teller oder Tank blenden zu lassen. Deutlich gemacht wurde in der Diskussion auch, dass die zurückliegenden Monate eine Lehre in Bezug auf Risikomanagement für die Betriebe gewesen sind. Enorme Preisschwankungen bei Getreide und Betriebsmitteln, hervorgerufen durch internationale Entwicklungen sowie der Witterung, machen Risikovorsorge unverzichtbar. Deshalb erneuerten die Fachausschussmitglieder ihre Forderung nach einer steuerfreien Risikorückstellung. Die Betriebe müssten in die Lage versetzt werden, durch die Rückstellung finanzieller Mittel in wirtschaftlich guten Jahren auch Durststrecken überwinden zu können. Zudem sind weitere deutliche Entlastungsmaßnahmen umzusetzen. Dazu zählt auch eine weitere Reduzierung des deutschen Steuersatzes auf Agrardiesel, der im europäischen Vergleich immer noch der Höchste ist. |
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27.08.2009:
Schlechte Preise verhageln gute Ernte Sonnleitner zieht Erntebilanz 2009 und zeigt Risikovorsorge auf Die deutschen Ackerbauern haben die Getreideernte, mit Ausnahme einiger Höhen gebiete, weitgehend abgeschlossen. Insgesamt fiel die Ernte 2009 mehr als zufrieden stellend aus. Doch wird die Freude an guten Ernteerträgen durch massiv gesunkene Erzeugerpreise für Raps und Getreide aufgehoben. Hinzu kommen Kostenbelastungen für diese Ernte durch extrem gestiegene Düngemittel- und Energiepreise, so dass die Ernte 2009 nicht kostendeckend erzeugt werden konnte. Dies stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf der Pressekonferenz über die Erntebilanz 2009 fest. Die Getreidepreise erreichen mittlerweile historische Tiefstände. Zu den deutlichsten Ver lierern gehört die Braugerste, die gegenüber dem Vorjahr 45 Prozent im Preis verlor und derzeit nur zu 107 Euro pro Tonne verkauft werden kann. Auch der Brotweizen liegt mit 105 Euro pro Tonne rund 36 Prozent unter dem Vorjahrespreis. „Diese preisliche Entwick lung macht deutlich, dass die vergangenen Monate eine Lehre im Hinblick auf das Risiko management in der Landwirtschaft gewesen sind“, betonte Sonnleitner. Die Entwicklungen auf den volatilen Märkten verlangten von den Landwirten, zunehmend Risikovorsorge zu betreiben. Die Politik müsse dabei aber begleitend helfen. Es gebe ein Bündel von Möglichkeiten im Risikomanagement, um die Folgen von Klimawandel und Preisschocks bei Produkt und Betriebsmitteln abzumildern. Durch bereits vor der Ernte abgeschlossene Verträge über den Getreideverkauf konnten die Vermarktungsrisiken verringert werden. Landwirtschaftliche Betriebe, die bereits im vergangenen Jahr solche Vorkontrakte abgeschlossen hätten, erzielten deutlich höhere Preise als diejenigen Betriebe, die zu Tagespreisen aus der Ernte heraus verkauften. Sonnleitner forderte die Bundesregierung auf, für die Landwirtschaft eine steuerfreie Risikorückstellung zu schaffen. Dieses Instrument versetze den Landwirt in die Lage, effektive Eigenvorsorge zu betreiben. In guten Zeiten könne ein Teil der Erlöse zurückgelegt werden, in schlechten Zeiten stehe diese Rücklage zur Verbesserung der Liquidität zur Verfügung. Die Getreideernte 2009 fiel mit 49,9 Millionen Tonnen niedriger aus als im Vorjahr, allerdings lag die Erntemenge um 8 Prozent über dem langjährigen Mittel. Weiterhin sind erhebliche regionale Ertragsunterschiede zu beobachten. Auch die Qualitäten sind insgesamt zufrieden stellend, trotz Frühsommer-Trockenheit und einer immer wieder durch Niederschläge unter brochenen Ernte. Für die einzelnen Getreidearten ergibt sich derzeit folgendes Bild: Die Erntemenge von Wintergerste liegt bei rund 10 Millionen Tonnen und damit um 6,8 Pro zent über der Ernte des Vorjahres. Grund dafür ist ein Anstieg der Anbaufläche um 2,3 Prozent auf 1,46 Millionen Hektar. Auch die Hektarerträge liegen mit 68,3 Dezitonnen pro Hektar über denen des Vorjahres. Die Qualitäten sind durchgehend gut; allerdings litten die Partien zu Beginn der Ernte, so dass ein großer Teil der Wintergerste kostenaufwendig getrocknet werden musste. Beim Winterraps konnte durch eine Steigerung der Anbaufläche um 6,5 Prozent auf 1,45 Millionen Hektar eine Erntemenge in Höhe von 5,93 Millionen Tonnen erreicht werden, die somit um 15,5 Prozent über dem Vorjahr liegt. Im Bundesdurchschnitt liegen die Erträge mit 40,8 Dezitonnen je Hektar um 8,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Qualitäten sind gut bei überdurchschnittlichen Ölgehalten von 43 bis 44 Prozent. In diesem Jahr wurde deutlich weniger Sommergerste angebaut. Aufgrund der Preisrück gänge schränkten Anbauer die Braugerste, dem wesentlichen Verwendungszweck der Sommergerste, um 17,6 Prozent auf nunmehr 448.100 Hektar ein. Die Erträge liegen mit 49,5 Dezitonnen je Hektar um 3,6 Prozent über dem Vorjahr. Insgesamt wurde eine Erntemenge von 2,2 Millionen Tonnen eingefahren. Die Qualitäten der Braugerste sind deutschlandweit hervorragend. Bei der Hauptgetreidefrucht, dem Winterweizen, wurde die Anbaufläche im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 3,2 Millionen Hektar ausgedehnt. Die Erntemenge mit 25,7 Millionen Tonnen erreicht das gute Vorjahresniveau. Der durchschnittliche Ertrag liegt 2009 mit 80,4 Dezitonnen pro Hektar um 1,1 Prozent unter dem Vorjahr. Die Qualitäten sind insgesamt zufriedenstellend, auch wenn teilweise von schwächeren Proteingehalten berichtet wird. Die Erntemenge des Roggens, der Getreideart vor allem der leichten und sandigen Böden, erreicht eine Höhe von 3,9 Millionen Tonnen und übertrifft das Vorjahresniveau um 4,7 Pro zent. Auch der Ertrag mit 53,8 Dezitonnen pro Hektar liegt über den Werten vom Vorjahr. Trotz des wechselhaften Wetters ist die Qualität in der Regel gut und weist meist gute Backqualitäten auf. Auch wenn die Erträge je Hektar der Getreideernte 2009 im Bundesdurchschnitt zufrieden stellend ausfallen, gibt es in einigen Regionen Deutschlands erhebliche Abweichungen. Kleinräumig stark unterschiedliche Niederschlagsverteilungen und wechselnde Bodenver hältnisse verursachen größere Ertragsschwankungen. |
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27.08.2009:
Agrarhandel wichtige Konjunkturstütze DBV fordert Ausbau der Agrarexportförderung Der deutsche Agrarexport hat sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld relativ gut behauptet. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) auf der Grundlage aktueller vorläufiger Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes mitteilte, haben sich die deutschen Exporte an Agrar- und Ernährungsgütern im ersten Halbjahr 2009 entgegen dem allgemeinen Trend mengenmäßig weiter positiv entwickelt. 2008 war mit über 52 Milliarden Euro ein neuer Ausfuhrrekord erzielt worden. Nach Auffassung des DBV kann der Beitrag des Exports zur Sicherung der Wirtschaftsstandortes Deutschland aber nur gewahrt bleiben, wenn auch die Agrarexportförderung ausgebaut wird. Dies im Besonderen nach dem Wegfall der CMA. Gegenüber dem Vorjahr wurden im ersten Halbjahr 2009 rund 2 Prozent mehr deutsche Agrargüter im Ausland verkauft. Allerdings erzielten die Agrarexporteure dafür knapp 8 Pro zent niedrigere Preise, so dass ihre Erlöse über den Export um gut 5 Prozent hinter dem Vorjahr zurückblieben. Dieser Umsatzrückgang fällt jedoch wesentlich geringer aus als bei den Exporten der übrigen deutschen Wirtschaft. Deren Erlöse gingen im ersten Halbjahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um über 24 Prozent zurück, betont der DBV. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den Importen von Agrar- und Ernährungsgütern. Wertmäßig gingen sie nur um knapp 2 Prozent zurück, während sich die Importausgaben der übrigen deutschen Wirtschaft um über 19 Prozent verringerten. Mengenmäßig stiegen die Importe mit gut plus 2 Prozent ähnlich stark an wie die Agrarexporte. Für das Jahr 2008 liegen vom Statistischen Bundesamt noch keine endgültigen Werte vor. Der DBV schätzt deshalb den Anstieg des Agrarexportes im vergangenen Jahr auf 14 Pro zent gegenüber dem Vorjahr (52,4 Milliarden Euro). Die deutschen Agrareinfuhren ent wickelten sich auf 62,2 Milliarden Euro (plus 9 Prozent). Kennzeichen für den deutschen Agrarexport ist die Ausfuhr von Qualitätsprodukten, vor allem hochwertigen Veredlungs erzeugnissen. So sind Milch und Milcherzeugnisse, darunter vor allem Käse sowie Fleisch und Fleischwaren die wichtigsten Produkte des deutschen Agrarexportes. Weitere wichtige Exportwaren sind Ölsaaten und -produkte, Getreide, Zucker und Süßwaren, Tabakerzeug nisse, Obst-/Gemüseerzeugnisse, Kaffee, lebende Tiere, Kakao, Bier und Wein. Die ernährungswirtschaftlichen Ausfuhren sind für die deutsche Landwirtschaft wichtig, erwirtschaftet sie doch damit etwa fast ein Viertel ihrer Verkaufserlöse. Deutschland nimmt im Agrarhandel im Weltvergleich einen Spitzenplatz ein. Mit seinen Exporten land- und ernährungswirtschaftlicher Erzeugnisse steht Deutschland in der Weltrangliste auf Platz 3 nach den USA und den Niederlanden und vor Frankreich. Bei den Einfuhren steht Deutschland sogar an zweiter Stelle nach den USA. |
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