Der Boden, die dünne Haut der Erde!

Gehen Böden kaputt? Nein, höchstens temporär, sie sind das beständigste Gut der Erde! Investoren wissen das!

Böden entstehen primär aus magmatischen Gesteinen (Basalt, Granit..), später aus Metamorphiten (Schiefer und Gneise) und schlussendlich aus umgelagerten Sedimenten. Grundmineral ist der Quarz (SiO2), vermischt mit Feldspäten, Hornblenden und Glimmern, sowie Tonmineralen (Illit, Vermiculit, Smectit) und organischer Substanz. Die Verwitterung der Grundgesteine erfolgt in Kaltgebieten und heißen Trockengebieten rein physikalisch durch Frostsprengung oder Temperatursprengung bis zur Schluffgkorngröße, in humiden Regionen auch chemisch und biologisch!

Die Entwicklung der Böden kann in arktischen und vollariden Gebieten nur wenige cm tief sein, bis hin zu den Tropen, wo die Böden über 20 m tief verwittert sein können. Dort ist sogar das Silizium ausgewaschen, so dass eine Residualanreicherung von Eisen- und Aluminiumoxiden (rostrote Qxisole) stattfindet. Tonmineral ist das Zweischichtmineral Kaolinit (mit sehr geringer KAK). Fast die gesamte Nährstofffracht befindet sich hier in den obersten 15 cm, der Humusschicht. Wenn Abholzung erfolgt, zersetzt sich die organische Substanz rasch und das Ertragspotential nimmt drastischab, weil nun fast alle Nährstoffe ausgewaschen werden (hohe Niederschläge) und es an Austauschern fehlt.

Macht der Bauer Raubbau? Nein, er hat den Boden schon immer verbessert.

Beispiel Podsole auf Sandböden. Die brauchen 1.000 Jahre zur Entwicklung. Erst wird der wenige Kalk ausgewaschen, dann versauert der Boden, dann wandern Huminsäuren und Eisenoxide um weiter unten, wo noch Kalk ist, wieder auszufallen. Die Böden lagen im Norden und im Rheintal bei pH 4, waren flachgründig und nährstoffarm. Erst durch das Aufbrechen der Ortssteinschicht, durch organische und mineralische Dgg und va. durch Kalkung und Bewässerung konnten diese Standorte zur Sicherung der Volksernährung nach 1900 beitragen. Ebenso die Parabraunerden aus Löss in Süddeutschland beginnen mit Tonverlagerung, wenn der Kalk ausgewaschen wird.

Durch Pflügen wird der Boden gewendet und der Tonverlagerung entgegengewirkt, sowie der Wurzelraum erheblich vergrößert! Ebensolches gilt für die Melioration staunasser Böden, für Drainage, Rigolen, Tiefspaten.

Probleme gibt es allerdings in ariden Gebieten mit Versalzung, da aufgrund der hohen Verdunstung mit jeder Beregnungsgabe Salze aus dem Untergrund gelöst und mit dem kapillaren Aufstieg nach oben transportiert werden. Nur wenn man soviel Wasser geben kann, dass Leaching möglich ist, kann man auf diesen Feldern gut weiterproduzieren, aber das ist in Anbetracht des Klimawandels immer unmöglicher.

Das heißt gerade in den ariden Gebieten mit Wassermangel und Hungersnot werden Böden großflächig ausfallen. Deshalb dürfen wir uns in Europa aufgrund unserer durch eiszeitliche Überfrachtung jungfräulicher Böden nicht der Verantwortung durch Extensivierung unserer Agrarflächen entziehen.

Laut FAO hat Europa Mitverantwortung für die Welternährung. Trotzdem sind Böden nie verloren, sie werden durch Überfrachtung und Umlagerung immer neu gemischt. Als Europa noch im Tertiär (vor 60 Mio. Jahren) durch Kontinentaldrift und Klimawandel in tropischen Regionen lag, entstanden die Braunkohlelagerstätten im Köln-Aachener Becken und im Osten. Die damaligen Böden wurden später von eiszeitlichen Bildungen überdeckt.

Der ertragsfähigste Bodentyp ist die Schwarzerde, im Rheintal ist die Vega verbreitet!
Fazit: Kein Bauer macht den Boden kaputt, denn er sägt nicht den Ast ab, auf dem er sitzt. Das „Bodenkleid“ der Erde ist so vielgestaltig, wie das „Pflanzenkleid“, das auf ihm wächst!

Der Boden, die dünne Haut der Erde!

Verbreitung der Vegen, der Flussniederungsböden

Dr. Willi Billau
Vorsitzender