Biogenetische Grundregeln

Die biogenetische Grundregel, formuliert von Ernst Haeckel (1834-1919). Sie besagt, dass die Ontogenese (Entwicklung des Individuums) eine abgekürzte Wiederholung der Phylogenese (Stammesentwicklung ist). In einem frühen Embryonalstadium ähneln daher die Embryonen der Wirbeltiere sehr einander. Die DNA muss ausser ihrer stammesgeschichtlich ältesten und basalen Bereiche auch Informationen aus entwicklungsgeschichtlich älteren Entwicklungsformen speichern, entweder ohne sie zu nutzen oder um sie bei Nichtgebrauch wieder zu reduzieren. (Speicherung in Introns?). Interessant ist, dass bei Vögeln und Säugern und dem Menschen im embryonalen Frühstadium Kiementaschen angelegt werden, die später wieder reduziert werden. Es gibt jedoch bei Kindern Atavismen (Rückfälle in Ahnenformen), die
solche Öffnungen rudimentär behalten. Interessant ist, dass aus dem 4. linken Kiemenbogen bei Säugetieren der Aortenbogen entsteht, aus dem rechten die Arteria subclavia dextra. Bei Vögeln genau umgekehrt! Selbst höherentwickelte Säugetiere schafften nie die Totalherrschaft über den Planeten. Es gab immer Nischen für niedere Entwicklungsstufen. Bestes Beispiel ist der Quastenflosser, dessen verwandter, der Lungenfisch, als Vorläufer der Landvertebtaten gilt. Er ist sowas von veraltet in seiner „Technik“, dass er eigentlich von anderen schon ausgerottet sein müsste. Er besetzt aber gewisse Nischenbiotope in 150-400 m Tiefe.